Fachtagung: Weibliche Genitalbeschneidung - “Schutz und Hilfe für betroffene Mädchen und Frauen“

Beschreibung

Ca. 200 Millionen Frauen weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen. Aufgrund großer Einwanderergruppen aus Ländern, in denen weibliche Genitalbeschneidung praktiziert wird (u.a. verschiedene afrikanische Staaten, Staaten des Mittleren Ostens und Asiens), gibt es viele betroffene Frauen und potentiell gefährdete Mädchen auch in den Einwanderungsländern.

Ähnlich wie bei sexuellem Missbrauch geht es auch bei der
genitalen Beschneidung von Frauen um die Kontrolle weiblicher Sexualität und Gebärfähigkeit und damit verbunden um die Kontrolle der Autonomie und Lebensplanung von Frauen. Dies wirkt ganz konkret, indem durch Gewalt eine bestimmte Sexualität erzwungen wird, während die von der Frau erwünschte Sexualität verhindert wird. Darüber hinaus wirkt die Gewalt auf psychischer Ebene, indem der Mut zu Selbstbestimmung in Sexualität und Leben beschädigt wird. Auch in Deutschland verhindert vielfach Unkenntnis über weibliche Genitalbeschneidung und die Hilfsmöglichkeiten eine adäquate Unterstützung der Betroffenen und wirksame Prävention. Neben den Fragen, wie betroffene Frauen die Praktik im Kontext von Migration erleben und welchen Blick Fachkräfte verschiedener Disziplinen und migrierte Männer bzw. Eltern auf weibliche Genitalbeschneidung haben, geht es insbesondere um Schutz und Hilfe für betroffene Mädchen und Frauen.

Die Fachtagung ist konzipiert für Fachkräfte aus dem pädagogischen, medizinischen und therapeutischen Bereich.

Die Durchführung der Fachtagung erfolgt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI). In Kooperation mit dem Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen.

Programm

9.30 Empfang mit Kaffee/Tagungsregistrierung

10.00 Eröffnung und Grußworte
Julia Birnthaler, Wildwasser Gießen e.V.
Cornelia Lange, Hessisches Ministerium für Soziales und Intergration
Friederike Stibane, Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen

10.15 Vortrag 1: Gesundheitliche Folgen und kulturelle Hintergründe weiblicher Genitalbeschneidung
Dr. med. Christoph Zerm, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Herdecke

11.15 Kaffeepause

11.45 Vorstellung der Workshops

12.00 Vortrag 2: Schutz und Unterstützung für betroffene Frauen in Deutschland
Charlotte Ndamm Njikoufon, Dr. Judith von Heusinger, FIM e.V., Frankfurt/Main

13.00 Mittagspause

14.00 4 parallele Workshops

WS 1: Folgen und Hintergründe der Genitalbeschneidung, Hilfen zur Bewältigung
Dr. med. Christoph Zerm, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Herdecke

WS 2: „Wie kann ich Betroffene gut beraten?“
Charlotte Ndam Njikoufon, Dr. Judith von Heusinger, FIM e.V. Frankfurt/Main

WS 3: „Wie können Eltern für den Schutz vor weiblicher Genitalbeschneidung gewonnen werden?“
Barbara Behnen, Sakine Viale Rissom, Wildwasser Gießen e.V

WS 4: Präventionsarbeit in der Community
Dr. Mariame Racine Sow, FORWARD-Germany e.V., Frankfurt/Main

15.30 Kaffeepause

16.00 Vortrag 3:
Aktuelle Rechtslage in Deutschland
Dirk Wüstenberg, Rechtsanwalt, Offenbach/Main

17.00 Abschluss

 

Datum

Mittwoch, 22. November 2017
09:30 Uhr

Ort

Konzertsaal

Rathaus
Berliner Platz 1
35390 Gießen

Referent*innen

Barbara Behnen

Dipl.-Päd. und Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, ist Mitbegründerin des Vereins „Wildwasser Gießen e.V.“. Sie berät Betroffene von sexuellem Missbrauch und deren Bezugspersonen und arbeitet zudem tätertherapeutisch mit
Jungen und Mädchen und ist insoweit erfahrene Fachkraft in diesem Bereich. Daneben führt sie Fortbildungen v.a. zum Thema „Kinderschutz“ und „Traumapädagogik“ durch.

Dr. Judith von Heusinger

engagiert sich im Rahmen Ihrer Tätigkeit bei „FIM-Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.“, Frankfurt/Main, vor allem in der Öffentlichkeits-, Informations- und Advocacyarbeit zur Sicherung von Menschenrechten von Frauen und Mädchen,
insbesondere auch im Zusammenhang mit Flucht und Migration.

Charlotte Ndamm Njikoufon

ist bei „FIM-Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.“, Frankfurt/Main, im Rahmen der psychosozialen Beratung tätig. Sie begleitet vor allem Frauen aus afrikanischen Ländern. Ihr Fokus liegt dabei auf der Aufklärungs- und Beratungsarbeit zu „Female Genital Multilation (FGM)”.

Dr. Mariame Racine Sow

Soziologin, ist Vorstandsmitglied von FORWARD-Germany e.V., einem Verein, der sich die Aufklärung über und die Bekämpfung von FGM zum Ziel gesetzt hat. Sie hat von Beschneidung bedrohte Mädchen und deren Familien betreut
und begleitet und arbeitet nun in der Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit.

Sakine Viale Rissom

Dipl.-Psych., ist bei Wildwasser Gießen e.V. zuständig für das Projekt „KUBOS-Kultursensible Beratung von Opfern von Sexualgewalt“. Sie berät vorwiegend Betroffene von sexuellem Missbrauch mit Migrationshintergrund und ist in der Öffentlichkeitsarbeit und im Fortbildungsbereich zum Thema „Kinderschutz“ tätig.

Dirk Wüstenberg

seit 1999 Rechtsanwalt, beschäftigt sich seit 2006 mit den rechtlichen Aspekten von (weiblicher) Genitalverstümmelung. Von 2013 bis 2015 war er Sprecher des Netzwerks INTEGRA zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung, und
2013 trug er als Sachverständiger vor dem Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages seine Vorschläge zum damals noch künftigen Strafrecht vor.

Dr. med. Christoph Zerm

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ist Beauftragter für Female Genital Mutilation (FGM) der Arbeitsgemeinschaft Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit (AGFide e. V.). Seit 2005 berät er beschnittene Frauen und erstellt
ärztliche Gutachten für die Anerkennung im Asylverfahren.

Kosten

Tagungspauschale für Verpflegung: 25,00 €

Tagungsbüro

Das Tagungsbüro erreichen Sie unter Tel. 0177-34 28 499
Mo  8.00 -12.00 Uhr, Di  8.00 - 11.00 Uhr, Do  8.00 - 11.00 Uhr oder per E-Mail unter buero@wildwasser-akademie.de.

Flyer

Anmeldung

Eine Anmeldung ist nur per Fax unter 0641-9716877 oder über das nachfolgende Online-Formular möglich.

Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet.

Die Tagungspauschale überweisen Sie bitte nach Ihrer schriftlichen Anmeldung unter Nennung Ihres Namens und des Stichwortes “Fachtagung” auf folgendes Konto:

Wildwasser Gießen e.V.
IBAN: DE 22 5135 0025 0227 005341
BIC: SKGIDE 5FXXX

Nach Zahlungseingang der Tagungspauschale erhalten Sie eine Anmeldebestätigung mit weiteren Informationen zur Veranstaltung.
Bei einer Abmeldung nach dem 1.11.2017 wird die Tagungspauschale einbehalten.
Die anfallenden Fahrt- und ggf. Übernachtungskosten sind von den Teilnehmehmer*innen selbst zu tragen.

Hiermit melde ich mich verbindlich an zur Fachtagung Genitalbeschneidung am 22.11.2017.

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